Ein Tag in... der Gepäckabfertigung

Die Reportage: Täglich heben die Mitarbeiter des Ground Handlings rund 25.000 Koffer, Taschen und anderes

An dieser A319 findet die Gepäckverladung mittels Containern statt (Foto: Michael Penner)

Die Ladeluken des Airbus A319 von British Airways öffnen sich, dahinter sind in Aluminium-Containern die Koffer und Taschen der aus London kommenden Passagiere verstaut. Guido Stammer, Schichtleiter in der Gepäckabfertigung am Hamburg Airport, fährt mit dem Hubwagen an die Maschine, entlädt die Container – und nach etwa zwei Minuten rollt der erste Schlepper mit zwei von ihnen über die Betriebsstraßen in Richtung Terminal. Das war die einfache Variante. Die meisten Airlines kommen jedoch mit lose verladenem Gepäck.

So wie wenig später auf einem Eurowings-Flug aus Düsseldorf. Jede Koffer, jede Tasche wird einzeln von Schichtleiter Stammer und seinem Kollegen aus dem Laderaum geholt und dann einzeln auf das Förderband gelegt.

Zwölf Minuten braucht das insgesamt vierköpfige Team für die rund 80 Gepäckstücke, bis alle Koffer auf den Wagen zum Abtransport liegen. Da sind die Fluggäste längst über den „Finger“ ausgestiegen und auf dem Weg zur Gepäckausgabe.

Pro Tag durchlaufen durchschnittlich 25.000 Koffer, Taschen, Rucksäcke und andere Gepäckstücke die Förderanlage im Bauch der Terminalgebäude des Hamburger Flughafens.

1.000 Sensoren scannen immer wieder die Gepäcklabel, damit der Computer genau weiß, welche Tasche sich wann wo befindet. Den Überblick behält die Leitstelle, die unter anderem dafür sorgt, dass die fünf Kilometer lange Anlage fehlerfrei läuft und notfalls auch ausgehendes Gepäck, bei dem das Label verloren geht, wieder dem richtigen Passagier, und damit dem richtigen Flug, zugeordnet werden kann.

Jedes einzelne Gepäckstück haben die insgesamt 135 Gepäckabfertiger (mindestens) einmal in der Hand. Auch beim Abflug, wie z. B. für einen Flug nach München.

Die Koffer, die in dort als Transitgepäck auf den nächsten Flug gehen, werden in Hamburg bereits vorsortiert.

Zurück zu den Containern des British-Airways-Flugs. Schichtleiter Stammer entlädt den Inhalt der Behälter aufs Gepäckband:

Jedes einzelne Label, auf dem immer das Kürzel (Drei-Letter-Code) des endgültigen Zielflughafens steht, kontrolliert er dabei. Denn auch in Hamburg steigen Passagiere, oft aus Skandinavien, um. Ihre Koffer gehen in die Förderanlage und anschließend auf ihren nächsten Flug. Die London-Passagiere wollen heute jedoch alle an der Elbe bleiben. Neun Minuten braucht Guido Stammer für die rund 90 Gepäckstücke.

Auf der anderen Seite der Wand warten schon die Besitzer. MaL


Alle Fotos: Michael Penner

Hamburg·Flughafen 2016-4