Labskaus an einem luftfahrthistorischen Ort

Die Elbkate war früher ein Abfertigungsgebäude für Wasserflugzeuge

Harald Clasen, hier vor der Elbkate, kennt sich bestens aus mit der Junkers F13 (Foto: Sandra Platzer)

Es ist das vielleicht ungewöhnlichste Flughafenterminal in Hamburg. Ort: Oevelgönner Hohlweg, direkt an der Elbe. Dort erfreut die Elbkate Strandspaziergänger mit Kaffee und Kuchen oder auch Deftigem wie Labskaus. Vor 91 Jahren war das rote Holzhäuschen Ausgangspunkt der „Blauen Linie“, einer Wasserflugverbindung in Richtung Dresden. Zwei Junkers F13 flogen mit je vier Passagieren und Zwischenstopp in Magdeburg immer entlang des Flusses.

Tickets gab es im Jahr 1925 in der heutigen Elbkate, wo auch die Passagierabfertigung stattfand. Dazu gehörte das Wiegen der Fluggäste inklusive Gepäck – zur präzisen Berechnung des Treibstoffbedarfs und der idealen Verteilung des Gewichts an Bord. Per Ruderboot gelangten die Passagiere anschließend zum Flugzeug. Nach nur einem Jahr war allerdings schon wieder Schluss mit der Wasserflugverbindung.

„Die Junkers F13 gab es in Versionen mit Schwimmern, Skiern oder Rädern“, erzählt Harald Clasen, pensionierter Ingenieur bei Lufthansa Technik und F13-Experte. „Sie war das erste nur für den zivilen Luftverkehr entwickelte Ganzmetallflugzeug.“ Auf fast allen Erdteilen war sie lange ein Standardflugzeug.

Hamburg·Flughafen 2016-4