Angie's World: Unterwegs in Japan

Sogar die Raben rufen hier anders

Quirliges Treiben in einer beliebten japanischen Einkaufsstraße (Foto: Janssen)

Ein Besuch in Japan ist ein Abenteuer, weil wirklich alles anders ist: die Sprache, die für die meisten von uns Europäern unlesbare Schrift, die Küche, die so viel mehr als Sushi zu bieten hat. Beim Spaziergang durch Nagoya beeindrucken mich die futuristische Architektur und fremde Geräusche: Fußgängerampeln geben Zwitscher-Sounds von sich, aus den Patchinko-Hallen dringt der Lärm der Spiel-Automaten, in Einkaufszentren preisen Verkäufer mit Megafonen in immer wiederkehrenden Slogans ihre Waren an. Nach so viel akustischer Reizüberflutung finde ich Entspannung in einem Park – und selbst die Raben krähen anders, höher und schriller.

Japanische Raben auf einem Dachfirst - Foto: Janssen

Von der wechselvollen Geschichte Nagoyas, von Samurai-Kämpfen und kaiserlichen Kriegen erzählt eine Ausstellung im Museum der prächtigen Burg aus dem 16. Jahrhundert. Wer in der Stadt unterwegs hungrig oder durstig wird, kann in Fast-Food-Restaurants seine Reis-Mahlzeit am Monitor bestellen und an fast jeder Straßenecke kalte und auch warme Getränke am sprechenden Automaten kaufen. Toiletten überraschen mit beheizter Klobrille und sind gar nicht so stille Örtchen: Sie bieten eine Auswahl an simuliertem Wasserrauschen per Knopfdruck – High-Tech ist im japanischen Alltag allgegenwärtig.

Snack-Auswahl auf Japanisch: am Automaten - Foto: Janssen

Die modernen Städte und die lieblichen Landschaften der von den Japanern verehrten Natur kontrastieren reizvoll zueinander – und zu unserer mitteleuropäischen Heimat. Die Züge des Nah- und Fernverkehrs fahren auf die Minute pünktlich und in den großen Städten sind die U-Bahnen zusätzlich englisch beschildert. In Japan zu reisen, ist unkomplizierter als man denkt. AJ


Angelika "Angie" Janssen reist beruflich viel durch die Welt. Für "Hamburg·Flughafen" schreibt sie über ihre ganz persönlichen Lieblingsorte.


Hamburg·Flughafen 2017-1