Reportage: Eine Nacht mit dem Winterdienst

Ein gut eingespieltes Team von Mitarbeitern sorgt in vier Schichten für einen reibungslosen Ablauf

Enteisung vor dem Start am Hamburg Airport (Foto: Michael Penner)

Der Winter 2016/2017 hat sich an die „Spielregeln“ gehalten: Dienstag, 8. November – genau eine Woche, nachdem am Hamburg Airport offiziell der jährliche Winterdienst begonnen hatte, fiel der erste Schnee. Ein gut eingespieltes Team von Mitarbeitern sorgt seitdem rund um die Uhr in vier Schichtgruppen dafür, dass die Flugzeuge starten und landen können. Sicherheit ist höchstes Gebot.

Der Einsatz wird nach verschiedenen "Schneestufen" koordiniert

Mitternacht. Der Flugbetrieb ruht, Dieter Ziem, Mitarbeiter der Verkehrsaufsicht und Fahrer von Kontrollwagen 1, greift zum Telefon. Er nimmt Kontakt auf mit Einsatzleiter Nils Petersen, dem Schnee- und Eismeister Dirk Lassen und dem Winterdienstbeauftragten Michael Rumstedt. Alles deutet darauf hin, dass die Prognosen des Wetterdienstes eintreffen. Schon zwei Tage vorher hatte sich das Team nach den ersten Hinweisen beraten. Denn Schnee ist angesagt und leichter Frost. Die Experten haben deshalb schon am Sonntag, „Schnee- und Eisstufe 2“ ausgerufen und Verstärkung alarmiert. Stufe 1 gilt für überfrierende Nässe ohne Schnee, Stufe 2 bei Schnee bis drei Zentimeter Höhe. „Stufe 3 ist bei ‚Land unter’“, sagt Michael Rumstedt.

Michael Rumstedt im "Friction Tester" - Foto: Michael Penner

Unterdessen setzt Schneefall ein. Ein Vorteil: Die Start- und Landebahnen sind noch warm, die ringsum weiße Pracht schmilzt. Normalerweise würde die Schneeräumung für jede der beiden Pisten eine halbe Stunde dauern. Dieter Ziem fährt mit dem Friction-Tester über die Pisten, um sie auf Glätte zu überprüfen. Weitere Mitarbeiter sind mit Kleingeräten unterwegs, um Straßen und Nebenflächen zu reinigen. Die ganz großen der rund 50 Spezialfahrzeuge, darunter Schneekehrblasgeräte, können in dieser Nacht noch im Gerätepark bleiben.

Zur Flugzeugenteisung kommen die "Elefanten"

Um 4 Uhr kommen auch die Kollegen von der Enteisung zum Dienst. Sie bereiten eine Stunde später mit ihren „Elefanten“, wie ihre Spezialfahrzeuge genannt werden, die ersten Flugzeuge für ihren Einsatz vor. Nachdem um 6 Uhr der Flugbetrieb begonnen hat, rücken zwischendurch immer wieder die „Treckerbesen“ und Kehrmaschinen aus, um Enteisungsreste von den Bahnen zu beseitigen. Das Gröbste ist geschafft – der neue Tag bringt Plus-Temperaturen, und der Schneefall hat aufgehört.

Für die Männer der Nachtschicht ist jetzt Feierabend. Für die ablösenden Kollegen geht die Arbeit weiter. Offiziell gibt es den Winterdienst am Hamburg Airport bis zum 1. April – notfalls wird er verlängert. Genau weiß man ja nie... WD

Hamburg·Flughafen 2017-1