Wo der Linienflieger am Strand landet

Barra, eine Insel der Äußeren Hebriden, hat den vielleicht ungewöhnlichsten Flughafen der Welt

So sieht "Ready for Take-off" am Strand von Barra aus (Foto: Andreas Spaeth)

Barra ist eine kleine Insel, 90 Meilen westlich von Schottland, auf den Äußeren Hebriden. Hier leben 1.200 Menschen, und wegen seiner weißen Sandstrände ist Barra auch ein beliebtes Besucherziel. Manche allerdings kommen nur, weil sie den villeicht ungewöhnlichsten Flughafen der Welt einmal erleben wollen. Denn in Barra gibt es zwar seit genau 80 Jahren einen Flugplatz mit Terminal, aber es hat noch nie eine feste Piste gegeben.

Die 19-sitzigen Twin Otter, unverwüstliche Propellerflugzeuge, landen bei Ebbe auf dem wattähnlichen Sand der seichten Bucht Tràigh Mhòr. Zweimal täglich kommen die Linienflüge aus dem eine Flugstunde entfernten Glasgow. Der Flugplan richtet sich dabei nach den Gezeiten.

Insgesamt drei nasse Sandpisten hat Barra, ausgewiesen nur durch jeweils eine Holzbake an beiden Enden. „Wir haben hier auch schon mal einen toten Hai auf der Piste gefunden“, verrät Flughafenchef Michael Galbraith. Zweimal täglich wird alles abgefahren und Treibgut weggeräumt. Dank Subventionen der schottischen Regierung ist der einfache Flug nach Barra schon ab 40 Euro buchbar – und damit ein unvergessliches Erlebnis. AS

Hamburg·Flughafen 2017-1