Flachstartverfahren eingeschränkt

Hamburg Airport und Senat setzen sich für Änderung im Luftfahrthandbuch ein

Seit Anfang April ist es im Luftfahrthandbuch der Deutschen Flugsicherung sinngemäß veröffentlicht: Hamburg Airport empfiehlt den Piloten, auf das sogenannte Flachstartverfahren zu verzichten. Axel Schmidt, Leiter des Zentralbereichs Umwelt am Hamburg Airport, beantwortet drei Fragen rund um dieses Thema.

Hamburg·Flughafen: Was genau bedeutet das „Flachstartverfahren“ und warum wird es überhaupt angewendet?

Axel Schmidt: Seit 2012 wenden einige Airlines am Hamburg Airport das sogenannte Flachstartverfahren an, um die Effizienz zu erhöhen. Dabei liegt unter anderem die Höhe des Cutbacks niedriger, also die Höhe, in der der Pilot nach dem Start die Triebwerksleistung von Start- auf Steigschub zurücknimmt. Als optionale Regel beträgt sie nun 1.500 Fuß (etwa 460 Meter) statt 1.000 Fuß (305 Meter), nach internationalen Richtlinien wären sogar 800 Fuß (243 Meter) zulässig.

Hamburg·Flughafen: Warum setzt sich der Flughafen für die Einschränkung dieses Verfahrens ein?

Axel Schmidt: Anwohner empfanden die frühe Schubreduktion als lauter. Das hat uns zu eigenen professionellen Messungen veranlasst. Diese ergaben, dass die Geräuschpegel im Nahbereich des Flughafens um bis zu zwei Dezibel zugenommen haben. An entfernteren Messstellen konnten keine signifikanten Veränderungen nachgewiesen werden.

Hamburg·Flughafen: Ist der Eintrag im Luftfahrthandbuch bindend für die Airlines?

Axel Schmidt: Der Eintrag hat empfehlenden Charakter, er schreibt kein explizites Startverfahren vor. Piloten sind jedoch angehalten, sofern mit dem jeweiligen Flugzeugtyp möglich, diesen Eintrag zu berücksichtigen. Es war ein sehr langer Prozess, aber mit dem von uns erkämpften Eintrag haben wir ein zufriedenstellendes Ergebnis erreicht.
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Hamburg·Flughafen 2017-2