Drei Fragen an ... Christian Noack, Leiter Bodenverkehrsdienste

Ein Gespräch über die Herausforderungen bei der Flugzeug- und Gepäckabfertigung

Als Flughafen der kurzen Wege hat Hamburg Airport in der Regel Auslieferungszeiten für das Gepäck von maximal 30 Minuten. Doch es gibt auch Ausnahmen. Woran liegt das?

Christian Noack im Gespräch. Foto - Michael Penner

Christian Noack: Verschiedene Ursachen können das Gesamtkonstrukt Abfertigung kurzfristig stocken lassen. In den vergangenen Jahren sind die Bodenzeiten der Flugzeuge deutlich kürzer geworden, also die Dauer zwischen Landung und Start zum nächsten Ziel. Die Flugzeuge müssen oft innerhalb von 35 Minuten wieder in der Luft sein. Aus Kostengründen verzichten viele Airlines zudem auf die Verladung des Gepäcks in Containern. Oftmals müssen bis zu 300 Gepäckstücke einzeln ent- bzw. wieder verladen werden. Zusammen mit besser ausgelasteten und auch größeren Flugzeugen heißt das: mehr Gepäck in kürzerer Zeit. Jede Airline hat ihre eigene ideale Flugplanung. Das kann zu erheblichen Spitzenbelastungen im Gesamtsystem führen. Manchmal kommt es daher gerade während der beliebten Flugzeiten zu unausweichlichen Verzögerungen, auch durch Unwetter, andere Einschränkungen der Flugrouten oder längere Wege durch unsere Vorfeld-Baustelle.

Was unternimmt Hamburg Airport dagegen?

CN: Wir arbeiten weiter an der Flexibilisierung und der Verbesserung unserer Prozesse. Zudem vergrößern wir unser Team und suchen auch aktuell nach Männern, die tatkräftig in der Flugzeug- und Gepäckabfertigung unterstützen. Das ist nicht immer leicht, obwohl wir viele vorzeigbare Zusatzleistungen, vor allem im Bereich Gesundheitsförderung, bieten.

Können auch Fluggäste etwas tun, um es den Flugzeugabfertigern einfacher zu machen?

CN: Eine sichere und pünktliche Abfertigung ist und bleibt der Maßstab unserer Arbeit. Es ist ein bisschen wie am Samstagvormittag im Supermarkt, wenn es an der Kasse länger dauert. Ich rege mich auf, bis ich erkenne, dass gerade Spitzenzeit herrscht und die Mitarbeiter alles tun, um die Auswirkungen so gering wie möglich zu halten. Das respektiere ich und erkenne an, dass es in mindestens 95 Prozent der Fälle reibungslos läuft. Ein Flughafen ist zusätzlich externen Einflüssen ausgesetzt. Es wäre toll, wenn die Passagiere mit einer gewissen Abweichungstoleranz die Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Bodenabfertigung in den Spitzenzeiten anerkennen. Denn sie geben ihr Bestes für den Passagierkomfort.

MaL

Hamburg·Flughafen 2017-3