Manchmal sind sie gefragte Sammelobjekte: Spucktüten

Ein Hamburger besitzt 7.500 Exemplare - eines aus der ISS fehlt noch

Oliver Conradi zeigt eine kleine Auswahl seiner umfangreichen Sammlung (Foto: Sandra Platzer)

Zum „Einsatz“ kommen sie heutzutage nur noch selten. Doch manche Menschen finden sie als Sammelobjekte gar nicht übel: Spucktüten aus Flugzeugen. Oliver Conradi im Hamburger Stadtteil Hohenfelde zum Beispiel besitzt 7.500 Exemplare aus allen Teilen der Erde – schlichte und bunte, mit Werbung oder mit Witzigem. Sogar Historisches ist dabei: 85 Jahre alte Tüten der alten Luft Hansa mit dem Hinweis, sie „nach Gebrauch nicht aus dem Flugzeug zu werfen“. Aber auch Exotisches: Qantas-Tüten aus Australien, die – natürlich bei Nicht-Verwendung – früher einmal zum Versand von Filmen zum Entwickeln dienen sollten.

Viele Airlines nehmen das Thema mit Humor. „Die witzigsten Sprüche haben die Deutschen und die Isländer aufgedruckt“, weiß Conradi. „Etwa Condor mit ‚Schöne Bescherung’ und einem Bild von einem angeknabberten Weihnachtsmann, airberlin mit einer ‚Spocktüte’ anlässlich einer Werbeaktion für Star Trek oder Germanwings mit dem Hinweis ‚Wir nehmen es nicht persönlich’.“ Mehr zum Schmunzeln als zum Würgen regte auch die Werbung für günstige Flugpreise der früheren Gesellschaft HLX mit der Aufschrift „Alles muss raus“ an.

Besonders reizvoll findet der Hamburger solche Spucktüten, die aus fremden Regierungsfliegern stammen. Ganz wunschlos glücklich aber ist er – noch – nicht: Was ihm in seiner Sammlung, die in einem großen Metallschrank im Keller lagert, noch fehlt? „Ich hoffe noch auf eine Tüte aus der Weltraumstation ISS“, verrät er. Übrigens musste Oliver Conradi auf keiner seiner vielen Reisen, bei denen immer die Sammelleidenschaft mitflog, jemals eine Spucktüte benutzen. WD

Hamburg·Flughafen 2017-3