Was die starken Männer vom Flughafen sagen

Vier Ground-Handling-Kollegen erzählen, was ihnen an ihrem Job gefällt

Sie sind die stärksten Männer am Hamburg Airport. Täglich hebt jeder der Gepäcklader rund vier Tonnen: Koffer, Taschen, Surfboards – aber auch andere Fracht verstauen sie in den Flugzeugen. Hier erzählen sie, was ihnen an ihrer Arbeit besonders gefällt:


Teamwork und Vertrauen

„Ich mag Teamwork. Bei der Flugzeugbeladung müssen sich alle Kollegen aufeinander verlassen können – gerade wenn es schnell gehen muss, weil ein Flugzeug nach der Ankunft direkt weiterfliegt“, erzählt der Oberlader und geprüfte Flugzeugabfertiger Christian Hamester (41). Ursprünglich bewirtschaftete er in Schleswig-Holstein, wo er wohnt, einen Bauernhof. Seit 2011 ist er am Airport. „Meine Arbeit macht mir Spaß, weil jeder Tag eine neue Herausforderung bringt. Besonders spannend war für mich die Verladung eines Ersatzteils für ein Flugzeug in einer vier Meter langen Kiste“, erinnert er sich.


Der Job ist abwechslungsreich

Lader Florian Berkkam kommt jeden Tag mit dem Fahrrad aus Hamburg-Ohlsdorf zur Arbeit. „Das hält fit und macht gerade für die Frühschicht wach“, sagt er. Vor einem Jahr hat der 43-Jährige am Flughafen seinen Traumjob gefunden: „Jetzt weiß ich, wie wenig Spaß mir die Arbeit im Büro gemacht hat! Mir gefällt die Abwechslung: Erst war ich in der Gepäcksortierung, dann ging es nach draußen. Mal haben wir lose Beladung, mal ist das Gepäck in Containern. Heute bin ich zum ersten Mal an der großen Boeing 777 eingesetzt.“ Das bisher Spannendste? „Die Verladung von Seehunden.“


Das Schönste: im Sommer draußen arbeiten

„Mal habe ich Fahrdienst, mal mache ich die Beladung oder bediene eine Fluggastbrücke. An manchen Tagen ist es körperlich sehr anstrengend, dafür ist die Arbeit am nächsten Tag wieder leichter“, auch Lader Anthanasios Pantazidis (44) liebt es, dass die Arbeit jeden Tag anders ist. Egal, was ansteht, er macht alle Aufgaben gern. Besonders viel Feingefühl, erzählt der Hamburg-Schnelsener, brauche man, wenn man eine Treppe an die Flugzeugtür bugsiert. „Für mich ist es das Schönste, dass wir im Sommer draußen sind und nicht drinnen arbeiten müssen“, findet er.


Flexibilität ist gefragt

„Mir gefällt, dass man sich auf jeden neuen Tag mit viel Flexibilität einstellen muss“, erzählt Martin Protz (35), Stellvertretender Betriebsleiter. „Wir haben in meinem Bereich über 100 Mitarbeiter, das heißt, es gibt auch über 100 verschiedene Charaktere. Mich auf jeden einzelnen einzustellen, macht mir Spaß.“ Der Norderstedter ist verantwortlich für die Kommunikation mit den Teams des Ground Handling und die Koordinierung von Be- und Entladung. Ein Job am Airport ist für ihn ein Beruf mit Zukunft: „Auch in 30 Jahren werden Flugzeuge hierherkommen, die wir abfertigen müssen.“


MaL
(Alle Fotos: Michael Penner)

Hamburg·Flughafen 2017-3