Reportage: Ein Tag mit den Leergutbeauftragten

In Zusammenarbeit mit Hinz&Kunzt setzt der Flughafen das Projekt "Spende Dein Pfand" um

Vor der Sicherheitskontrolle des Hamburger Flughafens können Passagiere ihre Pfandflaschen in einer der durschsichtigen Tonnen entsorgen (Foto: Michael Penner)

Seit knapp einem Jahr gibt es sie – die Leergutbeauftragten am Hamburg Airport. Längst sind sie ein fester Teil des Flughafen-Teams. Das gemeinsame Projekt „Spende Dein Pfand“ von Hamburg Airport, Hinz&Kunzt, Der Grüne Punkt – Duales System Deutschland GmbH (DSD) und Enactus ist zur Erfolgsgeschichte geworden. Mit dem Erlös aus der Rückgabe von Pfandflaschen haben vier ehemalige Langzeitarbeitslose eine echte Beschäftigungs- und Lebensperspektive erhalten.

Projekt am Hamburg Airport bietet Langzeitarbeitslosen echte Perspektive

Die schönste Nachricht: „Das Projekt, ursprünglich als Versuch gestartet, wird weitergeführt“, sagt Stefan Karrenbauer. Er ist Projektleiter beim Stadtmagazin Hinz&Kunzt, das die Arbeitsplätze finanziert. Und er ist zuversichtlich, dass das Ziel, innerhalb eines Jahres 350.000 Flaschen gespendet zu bekommen, erreicht wird. Denn damit wäre die weitere Finanzierung gesichert.

Uwe und Georgi bei der Flaschensortierung: Glas- und Plastikflaschen werden getrennt - Foto: Michael Penner

Im Zwei-Schichten-Dienst teilen sich die vier Mitarbeiter die Arbeit. Einer von ihnen ist Uwe. An diesem Tag hat er Frühdienst. Um 8 Uhr wirft er auf seinem Weg von der S-Bahnstation zum Arbeitsplatz schon mal einen Blick auf zwei der insgesamt acht Tonnen. „In diesen Wochen boomt es“, berichtet er. Denn im Sommer wird natürlich mehr getrunken als im Winter. Das kommt uns zugute.“ An diesem Morgen haben abreisende Passagiere schon viele Dutzend Flaschen entsorgt.

Erwartetes Ziel: pro Jahr rund 350.000 Flaschen

In einem Lagerraum von Gebäude 192 (1) in dem auch die Polizei ihre Wache hat, links neben Terminal 2, befindet sich das Büro. Am Mittag, kurz vor dem Schichtwechsel, ist auch Uwes Kollege Georgi schon da. Er hat gerade begonnen, gesammelte Glas- und Plastikflaschen voneinander zu trennen (2).

Uwe lädt unterdessen einen leeren Flaschenbehälter auf eine Sackkarre und macht sich auf den Weg, um eine volle Tonne im Terminal 2 (3) auszutauschen. Unterwegs nutzt ein Fluggast die Gelegenheit, im Vorbeigehen schnell eine Flasche loszuwerden (4). Nach und nach werden auch die anderen gefüllten Flaschenbehälter ersetzt. Acht Mal muss Uwe die bis zu 800 Meter lange Strecke an diesem Tag zurücklegen (5). „Das hält fit“, meint er schmunzelnd. WD


Hamburg·Flughafen 2016-3