Reportage: Auf ins Abenteuer

Jedes Jahr starten norddeutsche Schüler vom Hamburg Airport in ihr Auslandsjahr

Vorfreude und Nervosität mischen sich am Hamburg Airport: Mats Butzke (l.), Lena Steinmetz und Luca Heinichen vor dem Abflug Richtung Auslandsjahr (Foto: Michael Penner)

In den vergangenen Tagen, sagt Mats Butzke, sei er noch nicht aufgeregt gewesen. Aber nun doch. Der 15-Jährige aus Mühbrook bei Neumünster steht mit seinen Eltern vor dem Check-in im Terminal 2 am Hamburg Airport. Gleich wird er über Frankfurt nach Los Angeles fliegen, von dort geht es für ihn weiter in die Nähe von San Francisco, wo er ein Jahr bei einer Gastfamilie verbringen und die High School besuchen wird. „Das ist schon emotional“, findet Mats. „Man verlässt seine eigene Komfortzone. Ich hatte mich aus einer Laune heraus beworben – und jetzt ist es ein Abenteuer!“

Mats mit seinen Eltern

An diesem Morgen ist er nicht der Einzige, der zum Schüleraustausch aufbricht: Um kurz nach vier Uhr, lange vor Sonnenaufgang, füllt sich der Abflugbereich rasch mit Jugendlichen, ihren Eltern, Freunden und Geschwistern. Gespannte Vorfreude, innige Umarmungen, Abschiedstränen fließen. Hamburg Airport ist nicht nur an diesem Morgen Ausgangspunkt für große Abenteuer, manchmal sogar für Meilensteine im Leben.

Emotionaler Abschied am frühen Morgen

Die Gruppe, mit der Mats Butzke startet, wird von der gemeinnützigen Schüleraustausch- und Jugendbildungsorganisation AFS Interkulturelle Begegnungen e.V. betreut. Auch Lena Steinmetz (15) aus Lübeck ist dabei. Sie verabschiedet sich am Flughafen für zwölf Monate von ihren Eltern und den beiden jüngeren Schwestern. „Ich fliege nach New York und freue mich darauf, viele neue Menschen kennenzulernen und dort so etwas wie ein zweites Zuhause zu finden“, sagt die Schülerin, die ihre Bratsche auf dem Rücken trägt. Ihre Gastmutter hat Lena von einem Schulorchester vor Ort berichtet und sie hofft, dort eintreten zu können.

Die ganze Familie verabschiedet Lena am Flughafen

An ihrer Halskette baumelt ein kleines Lübecker Holstentor – den Anhänger hat Lena von ihrer Mutter als Talisman für die Reise bekommen. Dass ihre große Schwester für ein ganzes Jahr fortgeht, macht Clara (12) traurig. Aber sie hat eine gute Idee: „Ich werde ihr Briefe schreiben, das sind dann auch schöne Erinnerungen für später.“

Für die Eltern aller abreisenden Jugendlichen ist es ebenfalls ein aufregender Morgen. Was wünschen sie ihren Söhnen und Töchtern? Sandra Heinichen (50) aus Ellerhoop bei Pinneberg, deren Sohn Luca (16) in Richtung San Diego abfliegt, sagt: „Ich hoffe, er hat ein ganz tolles Jahr und sammelt viele neue Erfahrungen.

Gleich geht es los: Luca mit seinen Eltern

Mit der Gastfamilie hat er es gut getroffen!“ Im Gepäck hat Luca auch ein paar Fotos von seiner Familie und den Freunden zu Hause. „Heute Morgen fühle ich mich gut, bin aber auch aufgeregt und nervös“, sagt er. „Ich freue mich auf das Jahr in den USA, die Gastfamilie und die Schule. Und ich möchte viel Sport machen, weiter Fußball und Volleyball spielen und gern mit American Football anfangen.“

Und dann ist das Check-in beendet, ein Gruppenfoto wird aufgenommen und es geht wirklich – endlich! – los: Gemeinsam mit den ehrenamtlichen AFS-Mitarbeitern, die sie bis zu ihrem Zielort begleiten werden, machen sich die Schülerinnen und Schüler auf den Weg zum Boarding-Gate. Gleich werden sie vom Hamburger Flughafen ins Abenteuer Auslandsjahr abheben. SW

Mehr von der Stimmung vor der großen Reise auf dem YouTube-Kanal von Hamburg Airport:

Hamburg·Flughafen 2017-4