Täglich wie eine Inspektion

Das Flugzeug "Whiskey Lima" im "Daily Check"

Technikerin Linnea Sassen bei einem der täglichen Checks an einem Flugzeug (Foto: LHT/Jan Brandes)

Hamburg, Paris, Barcelona, Wien – der Airbus A320 hat schon ein beachtliches Arbeitspensum hinter sich, als er um 21.30 Uhr wieder an seinem Heimatflughafen Hamburg Airport Helmut Schmidt landet. Doch für die „Whiskey Lima“, was in der Fliegersprache für die Buchstaben W und L im Flugzeugkennzeichen D-AEWL steht , ist noch längst nicht Feierabend. Ein Schlepper von Hamburg Airport zieht den Eurowings-Jet in Halle H auf dem Flughafengelände. Dort erhält der Airbus in der Nacht seinen sogenannten „Daily Check“. Es ist eine der vielen Überprüfungen, die Flugzeuge ständig über sich ergehen lassen müssen.

Nur ein Check von vielen

Auf einer achtseitigen „Task Card“ finden die Mechaniker von Lufthansa Technik, die in Hamburg unter anderem die hier stationierten Eurowings-Flugzeug warten, die Liste mit den zu erledigenden Arbeiten. Vergleichbar ist das etwa mit einer kleinen Inspektion beim Auto – nur komplizierter. Unter anderem muss der Reifendruck überprüft und, wenn nötig, korrigiert werden. Doch nicht nur die insgesamt sechs Reifen und das Fahrwerk werden überprüft. Auch die Bremsen, der Ölstand, die Beleuchtung, der komplette Rumpf, die Tragflächen und nicht zuletzt die Fluggastkabine kommen unter die Lupe. Alle Arbeiten werden nach dem Vier-Augen-Prinzip ausgeführt, damit nichts übersehen wird.

Der „Daily Check“, der spätestens alle 48 Stunden erfolgt, ist nur einer von vielen. So gibt es vor jedem Flug den „Walkaround“, den Rundgang des Piloten mit Sichtung der wichtigsten Teile, darüber hinaus den Weekly Check, A-Check, C-Check, IL-Check, D-Check (die traditionellen Bezeichnungen haben sich inzwischen zum Teil geändert). Kaum ist ein Flugzeug am Boden, wird gecheckt – fast täglich eine Art TÜV-Untersuchung.

Die Technik-Pause für die „Whiskey Lima“ ist kurz. Konzentriert und präzise erledigen die Lufthansa-Techniker ihre Arbeiten. Schließlich muss die Maschine am nächsten Morgen um 6.40 Uhr wieder starten. „Sollte einmal irgendetwas defekt sein, was nicht sofort repariert werden kann, wird nicht geflogen“, versichert Eurowings-Technikchef Mario Heß. „Sicherheit hat immer oberste Priorität.“ WD

Hamburg·Flughafen 2017-4