Zwei neue Kraftpakete im Fuhrpark

Mit dabei, wenn "Schlepper 18" auf dem Flughafenvorfeld im Einsatz ist

Moderne Technik und viel Fingerspitzengefühl: Viktor Fink vor einem der beiden neuen Schlepper (Foto: Michael Penner)

Sie sind unverzichtbare Kraftpakete – die Pushback- und Schleppfahrzeuge auf dem Flughafen-Vorfeld. Ohne sie würde sich am Flughafen buchstäblich nichts bewegen, denn anders als beim Auto können die großen Passagierflugzeuge nicht allein rückwärts ausparken. Sie benötigen dafür den „Pushback“, bei dem das Flugzeug vom Terminal auf das Rollfeld zurückgeschoben wird. Jetzt hat der Fuhrpark am Hamburg Airport Verstärkung bekommen: zwei Fahrzeuge, die ganz ohne die sonst übliche Schleppstange auskommen.

Flugzeuge haben keinen Rückwärtsgang

Auf einem Tablet rechts in seiner geräumigen Fahrerkabine bekommt Viktor Fink jeden Auftrag angezeigt. Er ist an diesem Vormittag der Fahrer von „Schlepper 18“, einem der beiden „Neuen“. Gerade gilt es, Flug LH 017, einen Airbus A319 der Lufthansa, von Außenposition 51 in die richtige Position zu bringen.

Die Passagiere und ihr Gepäck sind an Bord. Über ein Kabel ist draußen der „Ramp Agent“, der für den Ablauf der Abfertigung verantwortliche Mitarbeiter am Airport, mit dem Piloten der Maschine verbunden. Als sämtliche Ladeklappen geschlossen und die Bremsklötze an den Vorderrädern des Flugzeugs entfernt sind, gibt der Ramp Agent dem Schlepperfahrer das Zeichen zum „Pushen“.

Alles klar zum Pushback: Viktor Fink in der Fahrerkabine des neuen Schleppers - Foto: Michael Penner

Mit geübter Hand steuert Viktor Fink, seit über 20 Jahren am Airport beschäftigt, das niedrige, schwere Fahrzeug auf das Flugzeug zu. Zwei gelbe Greifarme umfassen die beiden Reifen am Bug. Dann hebt das Pushback-Fahrzeug den vorderen Rumpf der A319 sanft um 15 Zentimeter an. „Bis zu 300 Tonnen kann das Fahrzeug schaffen“, erläutert Viktor Fink. Im Schritttempo schiebt er den Flieger in einer Linkskurve in die Position, von der aus er anschließend zur Startbahn rollen kann. Langsam wird das Fahrwerk wieder abgesenkt und vom Schlepper gelöst. Unterdessen lässt der Flugkapitän nacheinander die Triebwerke an. „Die Steuerung des Bugfahrwerks ist für den Piloten beim Zurückschieben deaktiviert“, erläutert der Pushback-Fahrer.

Nachdem der Einsatz beendet ist, löst Viktor Fink in der Fahrerkabine per Knopfdruck seinen Sitz, dreht sich um 180 Grad und fährt den Schlepper bis zum nächsten Auftrag in eine Warteposition. Die beiden neuen Fahrzeuge vom Typ TLD TPX-200-M mit ihrem vergleichsweise ungewöhnlichen Design sind für eine breite Flugzeugflotte einsatzfähig – ob Airbus-320er-Serie oder A340-600, ob Boeing 737 oder der große „Boeing Dreamliner 787“, der zuletzt als beim G20-Treffen in Hamburg zu Gast war. WD

Hamburg·Flughafen 2017-4