Der "Friction-Tester" im Einsatz am Flughafen

Die Vorfeldaufsicht prüft regelmäßig den Zustand der Start- und Landebahnen

Torsten Bieniek im Friction-Tester auf dem Vorfeld (Foto: Michael Penner)

Seit sieben Jahren gehört Torsten Bieniek bei der Verkehrsaufsicht am Airport zum Team der Kontrollwagenfahrer. Jetzt, im Winter, steigen er und seine Kollegen je nach Wetterlage regelmäßig von ihren üblichen schwarz-gelben Follow-Me-Fahrzeugen auf einen der beiden neuen Wagen vom Typ „Sharan“ um: die „Friction-Tester“ (Reibungs-Tester). Denn es gilt, den Zustand der Verkehrsflächen zu überprüfen. Ein fünftes Rad am Wagen, mit einem 8-Zoll-Reifen ausgerüstet, wie man es sonst am Fahrwerk von Flugzeugen findet, kann bei Bedarf ausgefahren werden, um die Rutschfestigkeit der Pisten zu messen.

Werte für Wetterdienst und Flugsicherung

Für die Fahrzeuge, die im Frühjahr als Ersatz für zwei ältere Modelle beschafft wurden, ist es der erste komplette Wintereinsatz. Und trotzdem: Auch im Sommer waren sie schon von Zeit zu Zeit unterwegs, um zu testen, wie glatt es bei Feuchtigkeit auf den Landebahnen ist. „Dafür wird Wasser vor das Rad auf die Bahn gesprüht, um Nässe zu simulieren“, erläutert Torsten Bieniek. Ob Nässe im Sommer oder Schnee- und Eisglätte im Winter: Per Computer wird ein Messwert errechnet, der per UMTS oder WLAN an die zuständigen Dienststellen wie zum Beispiel Flugsicherung und Wetterdienst sowie die Piloten gesendet wird.

Dieses Rad misst die Rutschfetstigkeit der Start- und Landebahnen - Foto: Michael Penner

Eine komplette Messfahrt des Mitarbeiters der Verkehrsaufsicht besteht aus Hin- und Rückfahrt entlang einer etwa 3.000 Meter langen Messstrecke auf der Start- und Landebahn 15/33 sowie 2.500 Meter auf der Bahn 05/23. Der Friction-Tester ermittelt dabei Mittelwerte für jedes Startbahndrittel.

„Fünf verschiedene Stufen von ‚gut’ bis ‚mangelhaft’ gelten für die Beurteilung der Landebahnbeschaffenheit“, erläutert Kontrollwagenfahrer Bieniek. Von den Ergebnissen hängt es zum Beispiel ab, ob der Winterdienst mit seinen Spezialfahrzeugen und Geräten ausrücken muss, damit Glätte den Flugbetrieb nicht behindert. Wenn der Friction Tester nicht im Messeinsatz ist, kann er auch als „Follo-me“ fahren. WD

Hamburg·Flughafen 2018-1