Reportage: Boxenstopp am Gate A17

Ein "Turnaround" bedeutet für Ramp Agenten hohe Verantwortung

Per Headset ist Isabell Wind in Kontakt mit dem Cockpit, über die gelben Kabel erhält das Flugzeug Strom (Foto: Michael Penner)

8:20 Uhr auf dem Vorfeld von Hamburg Airport: In zwölf Minuten soll Lufthansa-Flug LH 2060 aus München landen. Auf der Parkposition 4 Bravo am Gate A17 laufen die Vorbereitungen, damit die Passagiere zügig aussteigen können und der Flieger für den Rückflug in die bayerische Landeshauptstadt vorbereitet werden kann. Ein Wettlauf mit der Zeit für die beteiligten Teams – Gepäck-Lader, Reinigungskräfte, Tankservice, Technik, Fluggastabfertigung und vor allem: die Ramp Agentin. Sie ist – ebenso wie ihre Kolleginnen und Kollegen bei den anderen Flügen – verantwortlich, dass bei dem „Boxenstopp“ alles klappt.

Die Ramp Agentin behält den Überblick

Rechtzeitig bevor der Airbus A319 die Parkposition erreicht, untersucht Ramp Agentin Isabell Wind den Zustand der Parkfläche nach möglichen Fremdkörpern, die das Flugzeug beschädigen könnten. Als es auf der Landebahn aufsetzt, schaltet Isabell Wind per Knopfdruck die APIS, ein elektronisches Positionierungssystem am Gate mit Flugnummer, Herkunft und Zeit ein. Der „Turnaround“, wie in der Fliegersprache die kurze Zeit des Flugzeugs am Boden heißt, hat begonnen.

Kaum hat die Maschine auf dieser Position die Triebwerke abgeschaltet, schließt Isabell Wind den externen Stromanschluss, die Ground Power Unit, und danach die Klimaanlage an. Unten am Flugzeugrumpf stöpselt sie ihr Headset ein, um sich beim Piloten zu melden. „Wir Ramp Agenten sind stets auch Ansprechpartner für die Crew“, erklärt die gebürtige Berlinerin, die ihr Berufsleben als Kauffrau im Luftverkehr begonnen hatte. Jetzt reizt sie das hohe Maß an Verantwortung, das sie im neuen Beruf hat.

"Die Zeit ist immer knapp"

Sind die Koffer vom Flug 2060 ausgeladen, trifft das neue Gepäck für Rückflug LH 2061 nach München pünktlich ein, stimmt die Anzahl? Ist das Flugzeug äußerlich in Ordnung, hat die Reinigung begonnen, kann das Einsteigen der neuen Passagiere pünktlich beginnen? Ist der Fahrer der Fluggastbrücke zur Stelle, ebenso das Pushback-Fahrzeug? Der Katalog der Dinge, die Isabell Wind im Blick haben muss, ist lang. Bei längeren Flügen muss auch das Catering, die Bordverpflegung, berücksichtigt werden.

„Die Zeit ist immer knapp beim Turnaround. Aber: Am wichtigsten ist immer die Sicherheit“, betont die Ramp Agentin. Während Flug LH 2061 um 9.15 Uhr zum Rückflug nach München abhebt, folgt in wenigen Minuten ihr nächster Einsatz. WD

Hamburg·Flughafen 2018-1