Strom und Wärme gleichzeitig

Das Blockheizkraftwerk - von außen unscheinbar, von drinnen geballte Kraft

Der Servicemonteur Lutz Patzer bei Überprüfungsarbeiten an den Generatoren des Blockheizkraftwerks von Hamburg Airport (Foto: Michael Penner)

Es ist von außen unscheinbar, etwas versteckt am Rande des Terminal 2 – doch das graue Gebäude in der Nähe von Parkhaus 5 hat es buchstäblich in sich: Dort befindet sich das Blockheizkraftwerk (BHKW), in dem nicht nur nahezu der gesamte Wärmebedarf von Hamburg Airport erzeugt wird. Außerdem gewinnt der Flughafen hier ein Drittel seines kompletten Strombedarfs.

Allein mehr als 100 Gebäude bestimmen den Energiebedarf am Flughafen – dem Ort, an dem mehrere Tausend Menschen ihren Arbeitsplatz haben: Büros, Werkstätten, Hallen und die großen Terminals auf einer Nutzfläche von rund 750.000 Quadratmetern. „Mit der Wärme, die hier benötigt wird, könnten 1.500 Einfamilienhäuser versorgt werden“, hat Mario Radtke, Projektingenieur für Energiemanagement am Hamburg Airport, ausgerechnet.

70 Prozent regenerative Wärmeenergie

Rund 50 große Schaltschränke stehen im Vorraum der Halle, in der sechs erdgasbefeuerte Motoren laufen. Hier schlägt das Herz der gesamten Anlage. Drinnen dröhnen die Generatoren – nur mit Gehörschutz dürfen die Wartungstechniker den Raum betreten. „Jetzt, im Winter, sind meist alle Generatoren in Betrieb“, sagt Mario Radtke. „Wenn der Energiebedarf geringer ist, werden die Motoren entsprechend heruntergefahren.“ Zusammen schaffen die sechs Generatoren eine thermische Erzeugungsleistung von 6.900 Kilowatt. Die Wärme wird aus dem Kühlwasser- und Ölkreislauf in Form von Heißwasser ausgekoppelt. Da als Brennstoff Erdgas eingesetzt wird, ergibt sich ein weiterer Umweltvorteil.

Je nach Jahreszeit wird die Wärme mit Temperaturen zwischen 105 und 60 Grad in das eigene Nahwärmenetz eingespeist. „Durch die optimale Ausnutzung der BHKW-Wärme werden die Gebäude mit etwa 70 Prozent regenerativer Wärmeenergie versorgt“, erläutert der Projektingenieur.

Eindrucksvolle Zahlen für die Leistung der umweltfreundlichen Einrichtung auch bei der Stromversorgung: „Die Menge entspricht etwa dem Bedarf von 5.000 Haushalten – der Größenordnung einer kleinen Gemeinde“, weiß Mario Radtke. „Das sind 20 Millionen Kilowattstunden, die wir hier selbst produzieren.“

Seit mittlerweile fast 25 Jahren ist das Blockheizkraftwerk am Hamburg Airport im Einsatz und hat sich seitdem als umweltfreundlicher Energielieferant bestens bewährt. WD

Hamburg·Flughafen 2018-1