„Jeder kann mitmachen“

Drei Fragen an Udo Bradersen, Beauftragter für Umweltmanagement am Hamburg Airport

Udo Bradersen an einer Ladestation für E-Fahrzeuge (Foto: Michael Penner)

Umweltmanagement am Airport – wie geht das?

Udo Bradersen: Wir arbeiten seit vielen Jahren systematisch daran, die Umwelteinwirkungen, die ein Flughafen zwangsläufig mit sich bringt, auf das geringstmögliche Niveau zu bringen. Dass dieses Bemühen weit über den gesetzlich vorgeschriebenen Rahmen hinaus erfolgreich ist, belegt nicht zuletzt die regelmäßige EMAS-Zertifizierung, die wir seit 1998 bzw.1999 erhalten.

Ist das Limit der Möglichkeiten schon erreicht?

Udo Bradersen: Nein, in vielen Bereichen gibt es noch sehr viel Potenzial, das wir angehen. Nehmen wir zum Beispiel die Gebäudetechnik. Unser Ziel besteht darin, dass modernste Technik verwendet wird, um energieeffizient zu arbeiten. Auch bei der Verwendung von Solartechnik gibt es noch Möglichkeiten. Nicht zu vergessen sind außerdem die Verbesserungen der Luftfahrtindustrie, die in den kommenden Jahren mit neuen Triebwerksgenerationen einhergehen, Stichwort Airbus A320neo. Dadurch werden die Emissionen weiter reduziert. Aber bleiben wir bei uns am Boden: Auch unser Mobilitätskonzept 2020 für unseren Fuhrpark geht weiter, das zu noch größerem Einsatz von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben führt. Dazu kommen viele weitere Anstrengungen: Emissionsschutz, Lärmschutz, Klimaschutz, Gewässerschutz, Naturschutz und noch mehr.

Was kann denn der Einzelne zum „grünen Flughafen“ beitragen?

Udo Bradersen: Unseren Mitarbeitern empfehlen wir beispielsweise, mit dem Fahrrad zur Arbeit zu kommen, wenn sie die Gelegenheit dazu haben. Oder aber die S-Bahn zu benutzen. Den Rat, die öffentlichen Verkehrsmittel für die An- und Abreise zu nehmen, geben wir auch unseren Fluggäste. Zusätzlich fördern wir die Elektromobilität mit Ladestationen für Elektrofahrzeuge. Zudem gibt es die Möglichkeit, in vielen Gastronomiebetrieben Rabatte zu erhalten, wenn man sein eigenes Trinkgefäß mitbringt. Dadurch kann der Müll aus „To-go“-Bechern deutlich verringert werden. Übrigens stammen Idee und Konzept dafür aus unserem Center Management. Das zeigt, dass nicht nur wir aus der Umwelt-Abteilung uns Gedanken machen, sondern dass alle mitwirken.

Interview: Wolfgang Duveneck

Hamburg·Flughafen 2018-2