Von der ganz schnellen Truppe

Die Werkfeuerwehr von Hamburg Airport ist an 365 Tagen im Jahr einsatzbereit

Das Löschfahrzeug Z8 mit seinem 12.000-Liter-Wassertank (Foto: Michael Penner)

So schnell wie sie, ist sonst keiner: Innerhalb von höchstens drei Minuten erreicht die Werkfeuerwehr am Hamburg Airport jeden Winkel auf dem Flughafengelände. Das insgesamt 88-köpfige Team besetzt die Wache nahe des Start- und Landebahnkreuzes täglich rund um die Uhr mit jeweils 21 Mitarbeitern pro Schicht. Momentan ist alles ruhig, einige trainieren an den Geräten im Sportraum, andere feilen an Metallteilen in der Tischlerei.

Rund 3.500-mal pro Jahr wird das Team der Flughafenfeuerwehr zu Einsätzen gerufen. Dabei versorgt sie Fluggäste nach Schwächeanfällen oder entfernt vereinzelte Öl- und Kerosinreste sachgemäß vom Rollfeld. Auch sogenannte Sicherheitslandungen gehören zum Geschäft. Meldet ein Pilot zum Beispiel Probleme mit den Landeklappen, geht das Team sofort in Bereitschaft.

Regelmäßige Übungen

Die Flughafenfeuerwehr bei einer Übung

Alle großen Notfälle, die an einem Flughafen passieren könnten, trainiert das Team regelmäßig. Dabei kommt beispielsweise auch eine eigene Brandsimulationsanlage zum Einsatz, an der die Feuerwehrleute unter realistischen Bedingungen üben können, Triebwerks- und andere Brände an einem und um ein Flugzeug herum zu löschen.

Premiere: Erste Frau im Team

„Es ist auf jeden Fall ein sehr spannender und anspruchsvoller Job“, sagt der Leiter der Feuerwehr Thomas Barke. „Wir sind hier eine kleine Stadt und somit haben wir hier auch eine große Bandbreite an Einsätzen. Unsere Aufgabe ist es, Menschen in Notsituationen zu helfen und Sachwerte zu schützen.“ Neben dem Brandschutz und der technischen Hilfeleistung verbucht der Sanitätsdienst den größten Anteil aller Einsätze. „Ich würde die Arbeit der Feuerwehr am Flughafen als Königsklasse bezeichnen“, so Thomas Barke. „Denn die Dimensionen sind hier alle mindestens eine Nummer größer.“

Vor Kurzem übrigens konnte die Hamburger Flughafen-Feuerwehr ihre erste Frau in die bisher männliche Truppe aufnehmen: Katharina Hein heißt die junge Dame, die seit 1. November mit in den Rettungswagen steigt. Bevor die 25-Jährige zum Flughafen kam, hat sie als Krankenschwester gearbeitet. „Ich war schon als Neunjährige bei der Freiwilligen Feuerwehr und freue mich über den abwechslungsreichen Job hier am Flughafen“, sagt sie. Dass sie ausschließlich mit männlichen Kollegen zusammen arbeitet, ist für sie kein Thema. „Alle sind sehr respektvoll und nett“, sagt Katharina Hein. NJ


Die Flughafenfeuerwehr bildet jetzt aus

Schneller als die Feuerwehr zu sein, ist eigentlich unmöglich. Wer aber an einem Ausbildungsplatz bei der Flughafenfeuerwehr interessiert ist, sollte sich beeilen: Ab Sommer 2019 bildet sie ihren Nachwuchs nämlich erstmals selbst aus. Der Airport schließt sich damit dem neuen dualen Ausbildungsmodell an, zu dem die Industrie- und Handelskammer Hamburg im vergangenen Jahr erstmals eine Prüfung angeboten hat. Die dreijährige Ausbildung ist in zwei Blöcke aufgeteilt: eine 18-monatige handwerklich-technische Qualifizierung in den Gewerken Elektrotechnik, Sanitär, Holz- und Metallbau, gefolgt von einer 18-monatigen Feuerwehrausbildung, in der man zum Beispiel die Funktionen der Löschfahrzeuge lernt, aber auch zum Rettungssanitäter ausgebildet wird. Mitbringen sollten Bewerber technisches Verständnis mit guten Leistungen in den naturwissenschaftlichen Fächern sowie die Bereitschaft zum Schichtdienst.

Bewerbungen: hamburg-airport.de/de/karriere


Hamburg·Flughafen 2019-1