Der Weg zum CO2-freien Flughafen

Neu im Fuhrpark: Schlepper mit Elektroantrieb - Mobilitätskonzept: Ziel übertroffen

Die neuen Pushback-Fahrzeuge vom Typ TPX 100-e der Unternehmensgruppe TLD (Foto: Michael Penner)

Seit wenigen Wochen sind auf dem Flughafen-Vorfeld zwei neue Flugzeugschlepper unterwegs. Das Besondere: Sie werden elektrisch angetrieben. Die sogenannten Hubschlepper arbeiten ohne Schleppstange – das Bugfahrwerk des Flugzeugs wird vom Schlepper angehoben. „Sie sind bestens für Flugzeuge bis 100 Tonnen geeignet“, erläutert Markus Schulz, für die Schleppdienste zuständiger Betriebsleiter beim Flughafen-Tochterunternehmen STARS. „Dazu gehören beispielsweise Maschinen vom Typ Embraer ebenso wie der Bombardier Canadair Regional Jet, die Boeing 737 und der Airbus A321.“

Die elektrisch angetriebenen Push-Back-Fahrzeuge sind zugleich ein weiterer Schritt im Rahmen des Mobilitätskonzepts 2020 von Hamburg Airport. Nach dem im Jahr 2013 eingeleiteten Programm sollten bis zum kommenden Jahr mehr als die Hälfte aller Fahrzeuge der Hamburg-Airport-Gruppe mit alternativen Energien angetrieben werden. Dabei geht es um Gas, Elektro-Fahrzeuge, Hybridantriebe, Wasserstoff für Brennstoffzellenantriebe und als Brückentechnologie auch um synthetische Kraftstoffe zum Ersatz von konventionellem Diesel.

Teil des Mobilitätskonzepts 2020

Jan Eike Hardegen vom Umweltbereich des Hamburger Flughafens ist zuständig für die Umsetzung des Mobilitätskonzepts: „Schon jetzt, ein Jahr vorher, haben wir unser Ziel weit übertroffen: Wir haben bereits über 70 Prozent des Fuhrparks auf alternative Antriebe umgestellt. Und natürlich werden wir unseren Weg ambitioniert weiter verfolgen.“
Hamburg Airport möchte zum klimaneutralen Flughafen werden und die Vorgaben der Airport Carbon Accreditation, Level 3+, einem unabhängigen europäischen Zertifizierungssystem für Flughäfen, erfüllen.

Bereits jetzt werden bei allen rund 200 Dieselfahrzeugen die Schadstoff- und CO2-Emissionen durch Verwendung eines neuartigen, synthetischen Kraftstoffs drastisch verringert. Auch für alle Diesel-Bodenstromgeräte wird synthetischer Diesel genutzt.

Aber nicht nur beim internen Fuhrpark fördert der Flughafen den Einsatz alternativer Antriebe. So können zum Beispiel Besucher ihre Elektro-Fahrzeuge an Parkscheinautomaten auf der Abflugebene vor den Terminals für bis zu 60 Minuten kostenlos abstellen. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Ladestationen, an denen Passagiere und Besucher ihre Elektroautos auftanken können. WD


Bald synthetisches Kerosin?
Auch bei Flugzeugen ist alternativer Kraftstoff ein Thema: Kürzlich unterzeichneten die Lufthansa und die Raffinerie Heide eine Absichtserklärung zur künftigen Produktion und Abnahme synthetischen Kerosins.

Jürgen Wollschläger, Geschäftsführer der Raffinerie Heide, Thorsten Luft, Vice President bei der Lufthansa, und Flughafengeschäftsführer Michael Eggenschwiler, vlnr. Foto - Michael Penner

Michael Eggenschwiler, Vorsitzender der Geschäftsführung am Hamburg Airport: „Alternative, grüne Kraftstoffe sind für uns ein Kernanliegen. Die Nutzung regenerativen Treibstoffs für Flugzeuge ist ein weiterer Schritt in die richtige Richtung, den wir aus Überzeugung unterstützen und begleiten.“ WD

Hamburg·Flughafen 2019-2