„Der beste Job ist der Traumjob“

Interview mit dem Hamburger Emirates-A380-Flugkapitän Hauke Smid

A380-Kapitän Hauke Smid im Gespräch mit Redakteur Wolfgang Duveneck auf der Fluggastpier in Hamburg. Im Hintergrund: eine Emirates-A380 (Foto: Penner)

Schon als Kind wollte Hauke Smid Pilot werden. Das, wovon viele nur träumen, wurde für den jungen Mann aus Eppendorf Wirklichkeit. Heute steuert er als Flugkapitän bei Emirates das größte Flugzeug der Welt, den Airbus A380. Jetzt trafen wir ihn bei einem Zwischenstopp kurz nach der Landung am Hamburg Airport.

Hamburg-Flughafen: Ihre Karriere hört sich faszinierend an. Was würden Sie heute jungen Leuten sagen, die – wie Sie damals – schon immer Pilot werden wollen?
Hauke Smid: Mein Beruf ist stets spannend. Immer wieder erlebe ich viele interessante Orte und Menschen. Schon mit fünf Jahren oder sogar noch ein bisschen früher wollte ich Pilot werden. Das war immer mein Ziel. Und ich hatte niemals Zweifel, dass ich das eines Tages auch schaffen werde. Mein Rat an junge Leute: Folgt immer euren Träumen und Zielen. Denn es gibt keinen besseren Job als den Traumjob.

Was bedeutet es für Sie, im Airbus A380 im Cockpit zu sitzen?
Hauke Smid: Nach verschiedenen Stationen bin ich inzwischen seit mittlerweile zwölf Jahren bei Emirates. Zuerst auf der A330 und der A340 und jetzt ausschließlich auf der A380. Die A380 ist ein außergewöhnliches Flugzeug und stellt in Hinblick auf das Reiseerlebnis und den Kabinenkomfort eine neue Ära dar. Ich habe das Glück, für ein Unternehmen zu arbeiten, das von diesem Flugzeugtyp so überzeugt ist. Mit der A380 zu fliegen, ist nicht nur für einen Piloten eine besondere Erfahrung, auch unsere Passagiere lieben das A380-Flugerlebnis.

Voraussetzung war für Sie der Umzug nach Dubai. Was hat das für Sie bedeutet, wie haben Sie sich in einer ganz anderen Welt eingelebt?
Hauke Smid: Mein Vater war Kapitän auf Passagierschiffen beim Norddeutschen Lloyd. Und als sich das Unternehmen seinerzeit mit HAPAG zu Hapag-Lloyd zusammenschloss, wurde mein Vater nach Spanien und dann nach Bolivien geschickt. Deshalb bin ich es schon seit meiner Kindheit gewohnt, um den Globus zu ziehen und mich dort, wo ich wohne, zu Hause zu fühlen.
Hand aufs Herz: Vermissen Sie Hamburg?
Hauke Smid: Ja, sehr. Heimat bleibt Heimat. Das wird sich nie ändern.

Als A380-Pilot fliegen Sie die längsten Strecken, die es gibt. Welches ist für Sie die schönste Verbindung und welche der vielen Metropolen mögen Sie am meisten?
Hauke Smid: Eigentlich finde ich alle A380-Ziele von Emirates interessant. Aber am liebsten mag ich Flüge nach Hamburg, Spanien, San Francisco, Tokio, Neuseeland und Shanghai. Was mich reizt, ist die Geschichte, sind die Menschen, die Dinge, die man unternehmen kann, unter anderem auch das Essen und Shoppen.

Was ist für Sie das Besondere am Anflug auf Hamburg?
Hauke Smid: Das ist vor allem die Herzlichkeit der Mitarbeiter bei der Flugsicherung. Aber das gilt auch für die anderen deutschen Flugsicherungs-Kontrollstellen. Die Controller sind immer sehr höflich und sehr professionell, immer bereit, zu helfen. Dafür kann ich nur Danke sagen!

Interview: WD


Zur Person:
Seit Oktober 2018 gehört Hamburg für Flugkapitän Hauke Smid zu einem der 50 Emirates-Ziele auf der ganzen Welt, die mit dem Airbus A380 angeflogen werden. Smid wurde 1975 in der Hansestadt geboren. Schon als Teenager reiste er gern um die Welt. Seine Karriere in der Luftfahrt begann zunächst als Flugingenieur, bereits mit 21 Jahren wurde er Pilot. Im Cockpit einer A380 kam er übrigens – damals noch als Erster Offizier – 2011 zum ersten Mal nach Hamburg, als der Flughafen seinen 100. Geburtstag feierte.


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