Was wäre die Luftfahrt ohne Flügel?

Auf der Fluggastpier können Passagiere jetzt ihr musikalisches Talent präsentieren

(Foto: Penner)

Eigentlich war es eine ganz normale Flügel-Anlieferung, erinnert sich Yvonne Trübger, Inhaberin des gleichnamigen Pianohauses im Hamburger Schanzenviertel. „Bis auf die Tatsache, dass das Instrument von einem Spürhund untersucht wurde“, ergänzt sie schmunzelnd. Denn sein Ziel war eben doch ein ungewöhnliches: die Fluggastpier von Hamburg Airport. Und wie jeder Passagier und jede Warenlieferung musste auch der in drei Teile demontierte Stutzflügel, so der Fachbegriff, durch die Sicherheitskontrolle, was in diesem Fall auch den Kontakt mit den vierbeinigen Schnüffelnasen des Flughafens bedeutete. Jetzt steht der Yamaha-Flügel zwischen den Bus-Gates A21-A26 und den B-Gates für Flüge außerhalb des Schengen-Raums. Dort lädt er jeden Passagier ein zu musizieren.

Musik verbindet über Grenzen hinweg

Immer mal wieder klingt jetzt Klaviermusik durch die Pier. Wie groß die musikalische Begabung der Fluggäste am Hamburg Airport ist, lässt sich auch in den sozialen Medien unter #HAMtalent bestaunen. Unter diesem Hashtag sind alle Pianistinnen und Pianisten aufgerufen, ihre Videos vom Einsatz am Hamburg-Airport-Flügel zu posten. Es kamen sogar schon musikalische Kooperationen zustande: Sha Ferkouzad aus Lübeck beispielsweise war von der Darbietung eines Reisenden so inspiriert, dass er spontan seine Querflöte auspackte, um gemeinsam einige Takte mitzuspielen. Auch vierhändig haben die Reisenden hier bereits am Flügel gesessen. Musik ist eben eine Sprache, die jeder versteht, egal woher die Menschen kommen – oder wohin sie fliegen.

Ein echter Anziehungspunkt, findet auch Passagier Frank Wüstermann - Foto: privat

„Das Instrument kommt gut an“, weiß Lara Münch, die am Hamburg Airport im Aviation Marketing arbeitet und im Rahmen der sogenannten Ideenfabrik des Flughafens an der Umsetzung des Projekts beteiligt war. Das bestätigt auch Yvonne Trübger: „Viele unserer Kunden sprechen mich darauf an, wenn sie am Flughafen waren.“

Wie schön, dass es am Hamburg Airport jetzt nicht nur Flügel an den Flugzeugrümpfen zu bestaunen gibt... ML

Hamburg·Flughafen 2019-3