Mit Power aus Wasserstoff auf dem Vorfeld

Emissionsfrei und leise: Hamburg Airport testet neue Gepäckschleppergeneration

Julian Klaaßen aus dem Umweltbereich testet den wasserstoffbetriebenen Schlepper (Foto: Penner)

Sie sind wahre Arbeitstiere – die vielen Gepäckschlepper, die unermüdlich auf dem Vorfeld unterwegs sind und vollbeladene Koffer-Karren hinter sich herziehen. Aber auch manch schwere Luftfracht müssen sie auf Anhängern und Palettenwagen bewegen. Als Vorreiter unter den deutschen Flughäfen testet Hamburg Airport zurzeit eine ganz neue Generation von Schleppern: Das Fahrzeug ist mit emissionsfreiem Wasserstoffantrieb unterwegs. Die bisherigen fahren mit Gasantrieb.

Seit zehn Jahren alternative Energien

Was am Flughafen in Albany, der Hauptstadt des US-Bundesstaats New York, schon funktioniert, soll auf seine Tauglichkeit für die besonderen Belange hierzulande getestet werden. „Vor 18 Jahren schon haben wir begonnen, unsere Gepäckschlepper mit alternativer Energie zu betreiben“, erinnert sich Axel Schmidt, Leiter des Bereichs Umwelt am Hamburg Airport. „Wenn sich jetzt der wasserstoffbetriebene Schlepper bewährt, werden wir nach und nach auch alle anderen umstellen. Denn die Gasmotoren werden nicht mehr gebaut.“ Zusammen mit dem Schlepper erhält Hamburg Airport auch eine – zunächst mobile – Wasserstoff-Tankstelle. „Wenn es eines Tages mehr Bedarf gibt, werden wir dafür auch eine eigene Infrastruktur aufbauen“, sagt der Experte. Das Testmodell des Gepäckschleppers wurde von den beiden Firmen MULAG und Plugpower gebaut und wird in Kooperation am Hamburg Airport auf Herz und Nieren getestet, um wichtige Informationen für das mögliche Serienmodell zu erhalten.

Die Aktion ist zugleich ein weiterer Schritt, um die Vorgaben des Mobilitätskonzepts zu erreichen. „Unser Ziel für 2020 war, 50 Prozent des Gesamtfuhrparks auf alternative Energien umzustellen. Das haben wir längst geschafft“, so Axel Schmidt weiter. „Zählen wir auch den umweltfreundlichen synthetischen Diesel mit, fährt schon über 90 Prozent der Gesamtflotte an Bodenfahrzeugen ‚alternativ‘.“ Doch auf dem Erfolg möchte sich der Flughafen nicht ausruhen. „Längst sprechen wir vom Mobilitätskonzept 2025, das wir als weitere Herausforderung sehen“, ergänzt Schmidts Kollege Julian Klaaßen. Der Einsatz von Wasserstoff könnte dabei eine zunehmende Rolle spielen. „Mit Wasserstoff, Gas, Strom und – wo noch nichts anderes möglich ist – dem synthetischen Diesel nutzen wir inzwischen alle möglichen alternativen Antriebsarten. Wir sehen uns als Referenz für die Mobilität der Zukunft.“ WD

Hamburg·Flughafen 2019-4