Bei ihm laufen die Fäden zusammen

Besuch bei Christian Schultz, dem Verkehrsleiter am Hamburg Airport

Christian Schultz (hinten) schaut in der Verkehrszentrale vorbei (Foto: Penner)

Die Easy Jet EZY8342 nach London-Gatwick wird gleich starten. Der Pilot wartet nur noch auf die Pushback-Freigabe der Vorfeldkontrolle am Hamburg Airport. Zeitgleich steht der Kontrollwagenfahrer in Kontakt mit dem Tower – er wartet auf die Genehmigung zur Pistenkontrolle. In der Verkehrszentrale sind die Blicke der Mitarbeiter auf die Monitore gerichtet. Sie haben den Überblick über die Flugpositionen und nehmen eventuelle Gate-Wechsel für die Passagiere vor.

Das sind nur Momentaufnahmen und ein Teilstück des komplexen „Systems Flughafen“, das ineinander verzahnt ist und ohne das keine Flugzeuge starten und landen könnten. Einer, der dabei den Hut aufhat, ist Christian Schultz. Seit sieben Jahren ist der 52-Jährige Verkehrsleiter am Hamburg Airport und koordiniert mit seinem Team den Bodenbereich – sozusagen alles, was rollt – am Flughafen.

Pro Tag rund 400 Flugbewegungen

Durchschnittlich 400 Flugbewegungen und ein volles Fußballstadion, also fast 50.000 Passagiere täglich – das sind die Kennzahlen von Hamburg Airport. „Um alle Fluggäste sicher zu befördern, ist es wichtig, dass nicht nur Start und Landung des Flugzeugs ordnungsgemäß verlaufen, sondern auch die Bewegungen auf dem Vorfeld“, erklärt Christian Schultz.

Ob Vorfeldlotsen, Vorfeldaufsicht oder Verkehrszentrale – verschiedene Abteilungen kooperieren dabei eng. Und bei dem dreifachen Familienvater laufen alle Fäden zusammen: Christian Schultz definiert den Arbeitsrahmen, gibt Arbeitsanweisungen und muss alle Auswirkungen des Flugverkehrs im Blick behalten. Neben dem wichtigsten Aspekt, der Sicherheit, hat Pünktlichkeit oberste Priorität. Zu seinem Aufgabenbereich zählt auch das GAT (General Aviation Terminal), an dem von der Cessna bis zum großen Businessjet hauptsächlich Geschäfts- oder Privatflieger landen und abheben.

Der Verkehrsleiter macht sich gern ein persönliches Bild

Den Morgen beginnt Christian Schultz meist mit einem Abgleich der Teamleiter. „Dort besprechen wir, welche Besonderheiten der Tag bringt und was wir gegebenenfalls besser machen können. Während der Vorfeldsanierung, die voraussichtlich noch bis Ende 2020 läuft, kommen natürlich noch zahlreiche Abstimmungstermine mit der Flugsicherung und der Bauleitung hinzu“, erzählt der Verkehrsleiter. Zwischen den administrativen Terminen lässt es sich der gebürtige Berliner nicht nehmen, selbst vor Ort vorbeizuschauen. „Jede Woche fahre ich für rund zwei Stunden über die Vorfelder, um mir ein persönliches Bild zu machen.“

Angefangen hat Christian Schultz' Karriere 1988 auf dem inzwischen geschlossenen Berliner Flughafen Tempelhof – als Fluglotse. Bevor er nach Hamburg kam, war er Verkehrsleiter am Flughafen Tegel. NJ

Hamburg·Flughafen 2020-1