„Tomatensaft ist gar nicht so gefragt“

Die Arbeit über den Wolken - aus dem Alltag einer Flugbegleiterin

Nur ein Teil ihrer Arbeit: Flugbegleiterinnen geben Mahlzeiten aus (Foto: AdobeStock/Matej Kastelic)

„Fliegst Du auch Langstrecke?“ Diese Frage hört Flugbegleiterin Jana wahrscheinlich auf jeder Party. Tatsache ist, dass Flugbegleiter bei großen Airlines in der Regel sowohl Kurz- als auch Mittel- und Langstrecke fliegen. Und sie haben – wie jeder andere Angestellte – auch mal frei, manchmal sogar an fernen Orten. Allerdings arbeiten sie auch oft am Wochenende und nachts.

„Wir sind vor allem Sicherheitsprofis“

„Wir sind nicht nur Service-, sondern auch und vor allem Sicherheitsprofis“, erklärt Jana. „Regelmäßig trainieren wir für Notfälle wie z. B. Feuerlöschen oder Evakuieren und auch Erste Hilfe bei medizinischen Problemen.“ Einmal jährlich müssen Flugbegleiter/innen ihre Kenntnisse in schriftlichen und praktischen Übungen unter Beweis stellen.

Die Kabinencrew trifft sich gemeinsam mit den Pilotinnen und Piloten ein bis zwei Stunden vor dem Start zur Besprechung und stimmt sich auf die Zusammenarbeit ein. Denn die Teams sind jedes Mal neu zusammengesetzt. Bevor die Gäste einsteigen, überprüft die Crew den Zustand des Flugzeugs und die Vollständigkeit der Beladung. Haben die Passagiere nach dem Boarding ihr Handgepäck ordnungsgemäß verstaut, kann es losgehen. Über den Wolken sorgen die Flugbegleiter für das leibliche Wohl der Passagiere, servieren Mahlzeiten, Snacks und Getränke. „Wobei Tomatensaft gar nicht so oft gefragt ist, wie gern behauptet wird“, weiß Jana. Zwischen Start und Landung eines Langstreckenfluges sind die Flugbegleiter ständig in Bewegung: Sie erfüllen Wünsche, kümmern sich um Eltern mit Babys, helfen beim Entertainmentsystem oder beantworten Fragen nach Anschlussflügen.

Unvermeidbar bei diesem Beruf: Jetlag

Die meisten Flugbegleiter lieben Langstreckenflüge, weil die Crew dann vor Ort ein bis zwei Tage frei hat, abhängig von der Länge des Fluges, den durchflogenen Zeitzonen und der Uhrzeit des Abfluges. „So schön es ist, im Winter mal barfuß an einem sonnigen Strand spazierenzugehen“, sagt Jana, „so anstrengend ist der unvermeidbare Jetlag.“ Augenränder kann da oft nur Kosmetik kaschieren. Daher bevorzugen manche Kollegen, im regelmäßigen Tag-Nacht-Rhythmus der Kurz- und Mittelstrecken zu bleiben.

Besonders spannend sind Bereitschaftsdienste, wenn man erst eine Stunde vorher erfährt, wohin der Einsatz geht, weil man zum Beispiel für einen erkrankten Kollegen einspringt. Da ist Flexibilität gefragt und der Koffer am besten mit geeigneter Kleidung für alle Klimazonen und Kulturkreise gepackt. Und auch wenn langfristige Planungen, wie Konzert- oder Theaterbesuche, aufgrund kurzfristiger Dienstpläne schwierig sein können, resümiert Jana: „Es ist ein sehr abwechslungsreicher Beruf. Jeder Flug ist anders. Und der Team-Spirit ist immer toll!“ AJ

Hamburg·Flughafen 2020-1